Posadas – Vorweihnachtliche Fiesta
So ich meld mich mal wieder mit einem kulturellen
Beitrag zu Wort.
Weihnachtszeit
Da sich ja so langsam Weihnachten anbahnt, finden
in letzter Zeit ständig Posadas statt. Das sind
lustige Feten bei denen am Ende eine Pinata zu
Tode geknebelt wird. Darauf werde ich noch näher
eingehen, aber Pinatas sind mit Süßigkeiten gefüllte
sternenartige Kartons mit 7 Zacken. Diese stehen
jeweils für eine der 7 Todsünden.
Vermutlich werden sie deshalb im Laufe des Abends
zerfetzt. Vielleicht auch einfach weil sie mit
Süßigkeiten gefüllt sind. Ich bin mir nicht sicher.
Auf jeden Fall sind fängt das ganze damit an,
dass jeder ne Menge Kerzen und Wunderkerzen in die
Hand gedrückt bekommt und entweder mit “adentro”
oder “afuera” gebrandmarkt wird. Erstere dürfen
im Haus bleiben, die anderen werden nach draußen
getrieben! Und auch hier in Monterrey ists nachts
wirklich nicht warm.
Weihnachtslieder
Auf jeden Fall fangen die einen an zu singen, die
andern geben Contra. Das geht ein paar mal hin und
her bis schließlich alle gemeinsam eine Strophe
singen und ins Haus stürmen. Ein Bisschen mit der
Karlsruhe O-phase zu vergleichen…
Allerdings gehts hier Lyriktechnisch etwas christlicher zu.
Klasse Idee übrigens, wenn 100 Betrunkene mit brennenden
Kerzen in ein überfülltes Haus laufen aber bisher gab es
noch keine ernsthaften Verletzungen auf den Festen die
ich besucht hab
Sünden austreiben
Nun folgt der lustigste Part des Abends. Pinata verkloppen.
Die Pinata wird im Idealfall an ein tragkräftiges Seil
gehängt, weil es schon ordentlich was aushalten sollte.
In unserem Fall musste das Fernsehkabel unseres Nachbarn
dran glauben. Schon die 2. gute Idee an diesem Abend.
Das läuft nun folgendermaßen ab… Abwechselnd darf jeder
mal die Sau rauslassen und auf die Pinata einschlagen. Die
andern singen derweil ein Lied und sobald das Lied zuende
ist, kommt der nächste dran. Recht simpel.
Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass Ausländer zuerst
dran müssen. Und so machte ich mich auf. An dieser Stelle
habe ich 2 Varianten erlebt… die Kindergartenvariante
(Augen verbunden und draufschlagen) und die mexikanische
Variante (Augen verbinden, doppelten Tequila exen,
10 mal im Kreis drehen und Vollgas).
-

Ich im Angesicht der 7 Todsünden... Ich hab mir zwar nichts vorzuwerfen, klopfe aber trotzdem drauf!

Dylan 1: Pinata Schlagstock 0... Zum Glück gabs Ersatz..

Pinata kaputt... wie die Raben stürzt sich die Menschenmenge auf die Beute...
Bislang keine Opfer
Wenn nun ein Betrunkener mit Schlagstock orientierungslos
und um sich schlagend in der Gegend rumläuft kann eigentlich
nicht viel Gutes bei rauskommen. Daher verwunderte es mich
erneut, dass es zu keinen ernsthaften Verletzungen kam.
Die Mexikaner sind wohl schon sehr geübt darin.
Das Fernsehkabel hat übrigens 2 Runden durchgehalten. Danach
wurde etwas improvisiert ![]()
Und durch meine immense Schlagkraft hab ichs doch tatsächlich
geschafft den Schlagstock zu zerbrechen und nicht die Pinata.
Dafür gabs leider keine Bonuspunkte.
Geier
Wenn dann letztendlich die Pinata berstet, springen alle drauf
und versuchen möglichst viele Süßigkeiten zu ergattern.
Ich bevorzuge aber die Methode, geschickt abwarten, Hundeblick
aufsetzen und die Mädels nett um eine Spende bitten
Auf jeden Fall sehr lustig. Und wie das ganze schief laufen
kann könnt ihr hier sehen
Couchsurfing
Die erste Posada auf der Ich war, war übrigens eine von
Couchsurfern organisierte. Ist echt ne coole Möglichkeit
viele nette Leute kennenzulernen. Bin da alleine hin und
am Ende kennt man nen Haufen Leute.
Wers nicht kennt… www.couchsurfing.com
… Generell kann ich couchsurfen nur empfehlen ![]()
Sehr coole Sache!
Grüße
Dylan
PS: So sehen übrigens die meisten Mexikaner aus…

der typische stereotypenbereinigte Mexikaner